relevante NLP Themen

Relevante NLP Themen.

An dieser Stelle wollen wir Dir eine erste Idee davon geben, welche Themen, Formate und Übungen im NLP als Basiswissen angesehen werden. Alle folgenden Techniken und Themen sind im Übrigen auch Teil der Diploma Ausbildung, in der wir das theoretische Wissen in die Praxis umsetzen und gemeinsam mit Dir üben, das Maximale aus NLP herauszuholen.

Rapport – Pacing – Leading

Rapport bedeutet im NLP so etwas wie der gute Draht, die gute Beziehung oder auch die gleiche Wellenlänge zwischen Menschen. Sicherlich hast Du schon das ein oder andere Mal beobachtet, dass Menschen, die sich mögen, oftmals in ihrem Verhalten angleichen. Sie stehen oder sitzen gleich, sie unterhalten sich in der gleichen Lautstärke oder es fallen Dir weitere Merkmale auf, die sich ähneln. Diese Menschen haben Rapport miteinander. Wenn wir dieses Wissen nun umkehren, ergibt sich die einfache These:

wenn Du Dein Verhalten dem Verhalten Deines Gegenübers angleichst (Achtung: nicht nachäffen!), trittst Du automatisch ein Stück weit in seine Welt und der Rapport entsteht. Wir lassen einen tiefen Zugang zum Unbewussten des anderen entstehen. Dieses Angleichen nennt sich im NLP Pacing bzw. pacen.

Pacen kannst Du eine Vielzahl von Aspekten – Körperhaltung, Gestik, Mimik, Atmung, Tonlage, Lautstärke, Sprachtempo, Schlüsselwörter, Lidschlag, …

Um zu testen, ob Du bereits einen guten Rapport aufgebaut hast, gehst Du den nächsten Schritt – ins Leading. Beobachte genau, was geschieht, wenn Du beispielsweise Dein Sprechtempo ein wenig erhöhst. Beginnt auch Dein Gegenüber, nun ein wenig schneller zu sprechen? Ja? Fein, dann besteht aktuell ein guter Rapport und somit die “gleiche Wellenlänge”. Geht er nicht mit, steige wieder ins Pacing und investiere noch ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit. Und Achtung! Rapport ist ein zerbrechliches Gut. Oftmals ist er genauso schnell wieder verschwunden wie er gekommen ist. Bleibe im Pacing und achte stets darauf, auch in der “Welt” Deines Gesprächspartners zu bleiben…

Wofür benötigen wir nun aber Rapport? Ganz einfach. Wenn Du als Verkäufer ein Gespräch mit einem Kunden führst, ist es notwendig, dass dieser Dich sympathisch findet. Bingo – Rapport. Vielleicht lernst Du aber einfach beruflich oftmals Menschen kennen, bei denen es wichtig ist, dass sie einen guten Draht zu Dir haben – Rapport. Oder Du möchtest einen neuen Partner von Dir begeistern – Rapport.

Du siehst, Rapport und somit der gute Draht zwischen Menschen, ist in allen Lebenslagen von großer Bedeutung. Und Du kannst diesen bewusst herstellen – selbst mit Menschen, mit denen Du vielleicht früher weniger “warm geworden” wärest.

Repräsentationssysteme

Wir Menschen nehmen unsere Umwelt über unsere Sinne (sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken) wahr. So wird ein äußerer Reiz über elektrische oder chemische Signale in unser Gehirn weitergeleitet und erzeugt dort eben Bilder, Töne oder Geschmäcker. Diese sind eine Repräsentation des äußeren Reizes.

Nun hat jeder Mensch ganz unterschiedliche Präferenzen und Vorlieben. Sage ich beispielsweise zu Dir: stell Dir einen Strand vor, so ist das dann gewählte Repräsentationsmodell von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Einige sehen als erstes ein Bild vor ihrem geistigen Auge. Andere wiederum hören als erstes das Meeresrauschen in ihren Gedanken oder fühlen den warmen Sonnenstrahl auf ihrer Haut.

Für uns ist immer wieder anhand der Augenbewegungen festzustellen, in welchem Rep.System unser Gesprächspartner gerade “unterwegs” ist. Blickt dieser etwa unbewusst kurz nach oben, so vermag er sich in diesem Moment eine visuelle Vorstellung zu machen – er “sieht” das Vorgestellte.

Weiter ist anhand der präferierten Sprache leicht festzumachen, welche Rep.Systeme bevorzugt benutzt werden. Bist Du vielleicht als Verkäufer tätig? Und hörst Deinen Kunden Aussagen tätigen wie “das hört sich gut an…”? Dann vermag er seinen auditiven Kanal bevorzugen. Eine Abschlussfrage wie zum Beispiel “wie schaut´s aus?” matched in diesem Fall nicht völlig seine Welt.

Um (siehe Rapport) möglichst intensiv in die Welt des anderen einzutauchen, bieten sich auch bei der Beachtung der priorisierten Rep.Systeme unserer Kommunikationspartner phantastische Möglichkeiten, unsere Kommunikation noch weiter zu verbessern und ungeahnte Ebenen des Kommunizierens zu öffnen.

Ankertechniken

Zurückgehend auf die mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Experimente des Iwan Pawlows, in denen er belegte, dass ein äußerer Stimulus (Reiz) eine körperliche Reaktion auslöse, finden wir im NLP die sogenannten Ankertechniken. Damals stellte Pawlow fest, dass man Tiere konditionieren kann – kurz bevor er Hunden etwas zu Essen verabreichte (Essen = Speichelfluss), klingelte er mit einem Glöckchen. Nach einigen Wiederholungen dieser Prozedur beschränkte er sich auf das ledigliche Läuten der Glocke, ohne Futter anzubieten. Das Ergebnis war verblüffend. Auch in diesen Durchgängen – ohne Futter! – bekamen die Hunde den vorher schon beobachteten Speichelfluss.

Was heisst das für uns? Vielleicht kennst Du folgende Situation:

Du fährst mit dem Auto und plötzlich hörst Du ein altes Lied, welches Du schon lange vergessen glaubtest. Dieses Lied ist genau das Lied, das Du damals, vor vielen Jahren, zusammen mit Deiner damaligen Urlaubsliebe am Strand gehört hast. Und plötzlich, ohne darüber nachzudenken, hast Du eine wundervolle Laune, gute Gefühle und musst über das ganze Gesicht schmunzeln.

Oder Du gehst durch die Fussgängerzone Deiner Stadt und siehst plötzlich einen Menschen, der Dich an einen ehemaligen Kollegen erinnert, mit welchem Du vor langer Zeit einen Streit in der Firma hattest. Und ohne Du Dich versiehst, ist Deine Laune im Keller. Du beisst auf die Zähne, drückst die Lippen zusammen und fühlst die damalige Situation nochmals 1:1 nach.

Wie kann das aber sein? Dass ein einfaches Lied oder der Anblick einer an sich fremden Person eine solche Reaktion auslöst? Und vor allem, wie können wir dieses Phänomen zu unserem Vorteil nutzen? Wie wäre es, einen solchen “Anker” zu installieren, der uns, immer dann, wenn wir es benötigen oder wollen, den gewünschten (Gefühls-)Zustand beschert?

Genau dies lernen wir im NLP. Wie sind Ressource-Anker zu installieren. Was bedeutet Anker verschmelzen oder verketten? Ankertechniken sind ein unglaublich spannendes Thema, welches wir bereits im Diploma besprechen und erlernen.

Meta Modell der Sprache

Du möchtest ein Meister des gesprochenen Wortes werden? Möchtest die Klarheit Deiner Sätze und somit das unmittelbare Verständnis mit Deinen Mitmenschen erheblich verbessern? Oder vielleicht auch durch die  Magie Deiner Sprache eine schnelle und gezielte Veränderung anstossen können?

Dann kommst Du am Meta Modell der Sprache nicht vorbei.

Als erstes Modell im NLP, Anfang der 1970er Jahre von Bandler und Grinder auf Basis des Transformationsmodells von Noam Chomsky entworfen, beschäftigt sich eben dieses Modell mit folgender Frage: ist das, was jemand zu mir sagt auch immer genau das, was er eigentlich zu mir sagen will und kann ich es so verstehen, wie er es genau gemeint hat?

Was bedeutet das? Wir Menschen werden in der Art und Weise wie wir kommunizieren regelmäßig und ohne es bewusst zu wollen zu “Opfern” dreier Herausforderungen: wir generalisieren, wir verzerren und wir tilgen Informationen, während wir unsere Gedanken in Worte fassen und diese an unsere Mitmenschen kommunizieren.

Erzählst Du beispielsweise einem guten Freund von Deinem letzten Urlaub, wirst Du ihm nicht alle nötigen Details mitgeben. So wirst Du vielleicht sagen: “die Landschaft war so wunderschön und das Wetter immer herrlich, so dass man richtig relaxen konnte…” So weit, so unsexy.

Während Du ihm erzählst und Dich in Deinen Erinnerungen wieder bei kühlen 20 Grad auf Deinem Rennrad durch Natur fahren siehst, stellt er sich hingegen ein ganz anderes Bild vor, denn für ihn wäre eine wunderschöne Landschaft ein Karibikstrand, ein herrliches Wetter mit mindestens 35 Grad und Sonne verbunden und bei relaxen denkt er an das süße Nichtstun am Strand.

Das ist für sich in der Regel nicht schlimm und kein negativ behaftetes Missverständnis entsteht. Doch vielleicht kannst Du Dir schon jetzt vorstellen, dass es eben auch Situation im Leben gibt, in denen ein besseres Verständnis von Vorteil wäre.

Durch das Meta Modell der Sprache lernst Du, wie Du verzerrte, getilgte und generalisierte Informationen wieder näher an die “Realität” führen kannst, in dem Du gezielt Fragen stellst, die Dir genau diese wichtigen Informationen wieder zur Verfügung stellen.

Und Du lernst, wie Du Deine eigene Form der Kommunikation schärfen kannst – immer dann, wenn es für Dich wichtig ist, das andere Menschen Dich eben so verstehen, wie Du verstanden werden willst.

Reframing

Der wohl bekannteste Reframe (Umdeutung) ist wohl das auch von Dir schon gehörte “das Glas ist halbvoll / halbleer” Beispiel. Herzlich Willkommen in der faszinierenden Welt des Reframings. Während das halb volle Glas uns eben bessere Gedanken beschert, ist das halb leere eher mit negativeren Gedanken belastet.

Und genau darum geht es: wie kann ich es schaffen, Situationen, Handlungen, Menschen in einem anderen Licht zu sehen, so dass das Ergebnis dieser Gedanken mir eher gut als schlecht tun. Was sich zunächst nach Hokuspokus anhört, ist beim zweiten Hinschauen eine wunderbare Methode, sich selbst und auch anderen Menschen ein lebenswerteres Leben zu schenken, in dem wir uns in schwierigeren Situationen schlicht und ergreifend mehr Wahlmöglichkeiten ermöglichen.

Im NLP unterscheidet man zwischen dem Bedeutungs-Reframing und dem Kontext-Reframing. So wird im Bedeutungs-Reframing der Kontext und die Situation einer Aussage oder eines Gedankens nicht verändert, sondern vielmehr ihre / seine emotionale Bedeutung verändert. Das passende Beispiel hierzu haben wir bereits mit dem 50 % gefülltem Wasserglas kennengelernt. Das Glas bleibt zu 50 % gefüllt, jedoch ändern wir ganz einfach die Sichtweise darauf.

Im Kontext-Reframing hingegen wird der Zusammenhang verändert, wir fragen nach einer Situation, in der das X (wobei X das Glas oder auch ein bestimmtes Verhalten sein kann) nützlich ist. Verwirrend? Okay, eine Erklärung. Während bei einem zur Hälfte ausgetrunken hervorragendem Wein eher negative Gedanken kommen könnten, ist bei einem ebenso gefülltem Glas weniger gut schmeckender Medizin die Reaktion eine wohl bessere: schon die Hälfte geschafft.

Oder, um es noch besser greifbar zu machen: wenn Du vielleicht denkst, Du seist zu stur, dann kann der Gedanke daran, in welchen Situationen Dir eben genau diese Sturheit zu Nutze sein kann, Dich mit dieser Eigenart besser versöhnen.

Ziel des Reframings ist es, andere Sichtweisen zuzulassen, Wahlmöglichkeiten zu schaffen und auch manchmal ganz einfach bessere Gefühle zu ermöglichen. Frei nach Pipi Langstrumpf: ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Abschließend sei eine kleine und wunderbar passende Anekdote erwähnt:

Ein junger und talentierter Mitarbeiter hatte durch einen Managementfehler einige hunderttausend Dollar in den Sand gesetzt und musste nun vor Henry Ford Rechenschaft ablegen. Er befürchtete, dass er wohl ent- lassen würde und sagte: „Es tut mir furchtbar leid. Sie werden mir jetzt wohl kündigen.“ Darauf entgegnete Henry Ford: „Machen Sie Witze? Ich habe soeben mehrere hunderttausend Dollar in Ihre Ausbildung investiert und ich bin mir sicher, dass sich diese Investition auszahlen wird.”

Welch fabelhafter Reframe.

Milton Modell – kunstvoll wage sprechen.

Hintergrund des Milton-Modells ist – der Name sagt es bereits – das Ergebnis aus der Zusammenarbeit des Hypno-Therapeuten Milton H. Erickson mit und Bandler / Grinder. Erickson, der damals wie auch noch heute selbst nach seinem Tod als einer der begnadetsten Hypnotiseure galt, verstand es, wie kaum jemand anderes, Sprache so kunstvoll wage und weitestgehend inhaltsfrei einzusetzen, um Prozesse des Denkens und Fühlens zu steuern.

Was bedeutet dies? Während das Meta Modell der Sprache sich damit beschäftigt, Verzerrungen, Tilgungen und Generalisierungen (also Verallgemeinerungen) zu beseitigen, um näher an die erlebte oder gemeinte Realität zu gelangen, dreht es sich hier um das komplette Gegenteil.

Das Ziel ist es, seine Worte und somit die Kommunikation so zu wählen, um beim Gegenüber durch hypnotische Sprachmuster Assoziationen und verdeckte Ressourcen zu wecken. Das Milton Modell liefert uns eine Vielzahl an Möglichkeiten, Sätze voller Tilgungen, Verzerrungen und Generalisierungen ganz bewusst zu bilden, um den Zuhörer dazu zu bringen, die fehlenden Informationen in sich selbst zu finden und für das Gehörte eine eigene Bedeutung zu bilden.

Paradebeispiele finden wir oftmals zum Beispiel in Politiker Reden. Diese sind regelmäßig voll von Universalquantoren, Nominalisierungen oder auch Vergleichstilgungen. Und lassen dem Hörer kaum die Möglichkeit zur Widersprache, da er durch das Einbringen seiner eigenen Bedeutungen in der Regel die ausgesagten “Inhalte” als richtig und wichtig einschätzt.

Und während Du Dich nun fragst, was genau sich wohl dahinter verbirgt, überlegst Du Dir vielleicht auch schon jetzt oder in einer Weile, in welchen Bereichen Deines Lebens Dir das Milton Modell eine Erweiterung Deiner Fähigkeiten und somit mehr Glück, Erfolg und Zufriedenheit verschaffen wird. So kann es sein, dass Du Deine beruflichen Vorträge verfeinern kannst oder Dich auch einfach überraschen lassen magst, was alles mit diesem “Werkzeug der Sprache” machbar ist. Und einiges wird Dir schwerer fallen, während Du wiederum andere Muster spielend leicht in Deinen Alltag integrieren kannst, so dass Du bereits nun am liebsten damit beginnen möchtest, mehr davon zu erfahren…

Das war übrigens – Miltisch. ;)

Übrigens, schon im Diploma lernst Du eine ganze Menge über das Milton Modell…

Wenn das, was Du tust, nicht funktioniert, mach etwas anderes.